Ernährung beim PCO-Syndrom

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist für jeden wichtig und kann den Verlauf der Erkrankung verbessern. Das PCO-Syndrom ist ein komplexes Krankheitsbild, das den Hormonhaushalt und den Stoffwechsel beeinträchtigt. Ein überdurchschnittlicher Anteil der Patientinnen leidet an Übergewicht und/oder Diabetes oder einer Vorstufe davon. Sport und gesunde Ernährung können helfen, den Hormonhaushalt zu regulieren, Gewicht zu reduzieren und den Blutzuckerspiegel auszugleichen.

Auch Frauen mit PCO-Syndrom, aber ohne Diabetes, profitieren natürlich von einer gesunden Ernährung und können Diabetes oder Übergewicht entgegenwirken. Auch sie sollten Zucker und Weißmehl meiden und auf gesunde Fette und Vollkornprodukte setzen. Orientierung bieten hier die 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Frauen mit Kinderwunsch sollten ebenfalls auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung achten. Folsäure spielt eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Kindes und soll während einer Schwangerschaft als Nahrungsergänzung eingenommen werden. Es bietet sich jedoch an, im Vorfeld einer Schwangerschaft auf eine ausreichende Aufnahme zu achten.

Frauen mit PCO-Syndrom und Diabetes können sich an den Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und weiteren Fachgesellschaften orientieren. Ziel der Ernährungstherapie von Patienten mit Diabetes ist bei begleitendem Übergewicht insbesondere eine Gewichtsabnahme. Schon kleine Erfolge beim Gewichtsverlust wirken sich günstig auf die Blutzuckerkontrolle aus. Benötigt ein Patient mit Typ-2-Diabetes zur Behandlung Insulin, sollte auch hier eine umfangreiche Schulung stattfinden, um die Wirkung der Nährstoffe Kohlenhydrate, Protein und Fett auf den Blutzuckerspiegel zu vermitteln. Allgemein ist es notwendig, die Patienten darüber zu informieren, welche Wirkung Nahrungsmittel auf den Blutzucker haben. Hier ist es wichtig zu zeigen, welche Lebensmittel den Blutzuckerspiegel schnell und stark ansteigen lassen. Im Übrigen benötigen Patienten mit Typ-2-Diabetes keine speziellen Diät-Lebensmittel.

Ein erhöhter Proteinanteil in der Ernährung kann den Langzeitblutzuckerwert und das Gewicht senken. Bezüglich der Fettzufuhr sollten die Patienten auf eine gute Qualität der Fettsäuren achten. Gesättigte und trans-Fettsäuren werden ungute gesundheitliche Wirkungen zugeschrieben. Gesättigte Fettsäuren finden sich vor allem in Fleisch, Fleischprodukten und auch in der Milch und ihren Produkten. Trans-Fettsäuren hingegen finden sich vor allem in Fertigprodukten, Tiefkühlware, Backwaren und Süßigkeiten. Bei diesen Fettsäuren sollte die Zufuhr begrenzt werden. Pflanzliche Öle, Nüsse oder Samen und insbesondere auch fettreicher Fisch liefern hingegen wertvolle ungesättigte Fettsäuren. Auch bei den Kohlenhydraten sollte auf eine gute Qualität geachtet werden – d. h. Vollkornprodukten mit vielen Ballaststoffen ist immer der Vorzug zu geben. Zur Steigerung der Ballaststoffzufuhr (auf im besten Fall 40 g/Tag) empfehlen sich neben Vollkornprodukten auch Gemüse und Obst sowie Hülsenfrüchte (z. B. Linsen, Bohnen oder Erbsen). Zum Süßen von Getränken und Speisen sollte Zucker so sparsam wie möglich verwendet werden.