Bewegung beim PCO-Syndrom

Das PCO-Syndrom ist ein komplexes Krankheitsbild, das den Hormonhaushalt und den Stoffwechsel beeinträchtigt. Sport und gesunde Ernährung können helfen, den Hormonhaushalt zu regulieren, Gewicht zu reduzieren und den Blutzuckerspiegel auszugleichen. Sport hat aber auch positive Auswirkungen auf Depressionen und andere psychische Erkrankungen, verbessert den Schlaf und dadurch auch die Lebensqualität.

Ein überdurchschnittlicher Anteil der Patientinnen leidet an Übergewicht und/oder Diabetes oder einer Vorstufe (Insulinresistenz) davon. Durch eine Reduzierung des Gewichts kann die Gesundheit verbessert werden und eine eventuelle Insulinresistenz verbessert oder verhindert werden. Da Diabetes auch das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen erhöht, dient ein gesunder Lebensstil auch dazu, Herz und Gefäße zu stärken. Neben dem Blutzucker können die Blutfettwerte und die Durchblutung verbessert werden sowie Fett abgebaut und Muskeln aufgebaut werden. Ein langsamer, kontinuierlicher Gewichtsverlust wirkt meist auch positiv auf Zyklus und Fruchtbarkeit aus. Untergewicht oder zu wenig zur Verfügung stehende Energie wirkt jedoch auch negativ auf die Fruchtbarkeit. Auch normalgewichtige Frauen können durch eine Reduktion der schlechten Fettpolster am Bauch profitieren, da diese stark hormonell aktiv sind.

Die „Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung“ empfehlen allen erwachsenen Personen eine regelmäßige sportliche Aktivität. Dazu sollten mindestens 150 Minuten pro Woche mit Ausdauersport in moderater Intensität verbracht werden. Alternativ können auch 75 Minuten pro Woche mit Ausdauersport in höherer Intensität durchgeführt werden. Zusätzlich zu dem Ausdauertraining sollte mindestens 2-mal pro Woche Krafttraining stattfinden. In den nationalen Empfehlungen wird weiterhin darauf aufmerksam gemacht, dass lange, ununterbrochene Sitzphasen zu vermeiden sind und Zeiten, in denen man viel sitzt, regelmäßig durch körperliche Aktivität unterbrochen werden sollten.

Ergänzend zu den nationalen Empfehlungen werden auch erkrankungsspezifische Empfehlungen für Patienten mit Typ-2-Diabetes gemacht. Auch ihnen wird geraten, regelmäßig aktiv zu sein. Die Empfehlungen ähneln denen der allgemeinen nationalen Empfehlungen. Jede Woche sollten mindestens 150 Minuten mit moderat bis intensivem Ausdauertraining verbracht werden. Ergänzend dazu sollten zweimal pro Woche muskelkräftigende Übungen stattfinden. Wichtig ist auch die Bewegung im Alltag. Wer mindestens 30 Minuten am Tag mit Spazierengehen, Treppen steigen oder beispielsweise Gartenarbeit verbringt, kann sein Risiko für Folgeerkrankungen senken. Für einen Gewichtsverlust sollte mehr Sport getrieben werden. Es ist jedoch immer wichtig, die individuelle Verfassung zu berücksichtigen. Im Zweifelfalls sollte der Arzt um Rat gefragt werden, um Intensität und Umfang der sportlichen Aktivität festzulegen. Insbesondere Patienten, die Insulin spritzen, haben durch sportliche Aktivität ein höheres Risiko für Unterzuckerungen und müssen die Insulindosis sorgsam anpassen. Auch bei fortgeschrittener, schwerer Erkrankung und Folge- und Begleiterkrankungen können Nebenwirkungen bei bestimmten Sportarten auftreten, die mit dem Arzt abgeklärt werden sollten.